Als ich damals in meiner Examensvorbereitung stand, hatte ich eine grundsätzliche Frage vor mir: 

Wie lerne ich am besten?

Soll ich den ganzen Stoff einfach auswendig lernen?

Oder soll ich dem gut klingenden Rat einer Kommilitonen folgen und Jura lieber „auf Verständnis“ lernen.

Und was soll das überhaupt bedeuten?

“Auf Verständnis lernen” scheint zu implizieren, dass man einfach weniger auswendig lernt.
Dass man also Inhalte lieber “komplett versteht” und diese dann allein dadurch in der Klausur perfekt abrufen kann.

Irgendwann habe ich aber rausgefunden, dass das Ganze ein paar große Haken hat.
Denn im Examen werden zwei Dinge abgeprüft:

1) Ob du das juristische Handwerkszeug beherrschst (also Gutachtenstil, Auslegung, Argumentation) und
2) ob du das gesamte Examenswissen auswendig drauf hast (Definitionen, Probleme etc.)

Damit liegt die Antwort nahe. 

Nur weil dir etwas mal beim Lesen eingeleuchtet hat, kannst du es noch lange nicht in einer Klausursituation ohne Hilfsmittel reproduzieren.

Abgesehen davon funktioniert Lernen “auf Verständnis” schon wegen der Stoffmenge nicht.

Irgendwie musst du dir den Kram einfach auswendig draufschaffen.

Klar musst du die Sachen bei der Erarbeitung auch einmal Verstehen.

In Wahrheit entsteht aber auch das Verständnis erst, wenn du dich eine Information systematisch mehrmals abgefragt hast.

Letztlich ist deshalb der zentrale Mechanismus für ein PrädikatsexamenEin Wiederholungssystem.

Und ganz nebenbei kommst du über das Auswendiglernen letztlich zu dem Gesamtverständnis, das du die ganze Zeit haben wolltest.

Es ist also allein der indirekte Weg, der dich wirklich zum Ziel führt.

Wenn dich das Thema interessiert, schau dir das neueste YouTube-Video dazu an:

https://youtu.be/ZeW2iDYZ_gA